Das Klima, die Wirtschaft und das Recht bilden globale Systeme in der einen Weltgesellschaft. So gibt die Klage eines peruanischen Bauern gegen ein deutsches Energieunternehmen Anlass, im juristischen Gespräch mit Gerhard Wagner Wandlungen im Recht auf den Grund zu gehen: Klimaschäden, Kausalitäts- und Zurechnungsfragen werden verhandelt und führen zu Grenzverschiebungen in der Gewaltenteilung zwischen Gerichten und Gesetzgeber, zwischen Staat und Gesellschaft, die etwa auch die großen Digitalkonzerne berühren. Es ergibt sich eine dialektische Einsicht: Mit großer Verantwortung geht große Macht einher.
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Welches Menschenbild und welche Rationalitäten treiben die politische Ökonomie, welchen Ordnungsrahmen benötigt sie? Lars Feld, "Wirtschaftsweiser" und Direktor des Freiburger Walter Eucken Instituts, vermisst die großen wirtschaftspolitischen Debatten um steigende Staatsverschuldung und Rettungspakete, um die Disruptionen der Geldordnung und des Bankensystems, die Kryptowährungen und Bargeldabschaffung in Aussicht stellen, um den Klimawandel, Kohleausstieg und den "Green Deal".
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"Der Intellektuelle ernährt sich von Illusionslosigkeit" – welche Kost bereitet ihm die Religion? Auf den Spuren von Max Weber, Hans Blumenberg, Karl Jaspers und anderen problematisiert Peter Sloterdijk ein anhaltendes, nur der Form nach säkularisiertes Bedürfnis nach religiösem Sinnüberschuss, das sich auch heute noch politisch und gesellschaftlich machtvoll artikulieren kann. Philosophische Aufklärung der Begriffe heißt dann, sich "politisch und existenziell der zweiten Meinung auszusetzen", und so auch in der säkularisierten Lebenswelt Vorurteile – nicht zuletzt deren eigene – nach allen Seiten aufzudecken.
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Im Gespräch mit Petra Bahr, Regionalbischöfin der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Hannover, stellt sich die so alte wie aktuelle Frage nach dem Verhältnis von Glauben und Wissen. "Sperrige" Begriffe wie Gott, Geheimnis und Leben bieten interdisziplinäre Herausforderungen, wenn rationalistische Paradigmen auf religiöse Kommunikation treffen. Dann wird deutlich, etwa auch im Fall der Menschenwürde und den Ansprüchen eines "Transhumanismus", dass transzendente Residuen in der säkularen Gesellschaft nicht vorschnell außer Acht gelassen werden sollten: "Der Mensch ist immer mehr als das, was er über sich selbst sagen kann und sogar mehr als das, was er über sich selber weiß."
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In einem grundlegenden Beitrag für die JuristenZeitung kritisiert Professor Dr. Dr. Udo Di Fabio "Metamorphosen der Zurechnung" (JZ 75 [2020], S. 1073-1079): "[...] gegenwärtig ist ein Trend zu beobachten, der das System der Zurechnung von Handlungsfreiheit auf Schäden an Rechtsgütern kategorial herausfordert." Dem Verfassungsrecht, insbesondere den ersten drei Artikeln des Grundgesetzes, unterliegt "als unverrückbarer Ausgangspunkt ein Menschenbild, das Handlungsfähigkeit mit Rechtssubjektivität und der Möglichkeit von Schuld verbindet. [...] Der Zurechnungsgrund liegt in der vernunftbasierten Freiheit." Mit Blick auf Lieferkettenverantwortung, Klimahaftung, Unternehmensstrafrecht und andere beispielhafte "Tendenzen eines sozialtechnisch inspirierten Steuerungsbemühens [...] sind jedoch Zweifel erlaubt, ob der Einzelne mit seinem Urteilsvermögen und seiner Handlungsfreiheit noch im Mittelpunkt der Rechtsordnung steht."
Der Beitrag ist abrufbar auf der Seite des Verlages Mohr Siebeck (ggf. kostenpflichtig).
"Auf den Grund!" geht es diesmal mit dem Bonner Virologen Hendrik Streeck. In der Corona-Pandemie 2020 werden die Anforderungen an die Wissenschaft von Seiten der Politik wie der Öffentlichkeit deutlich artikuliert. Am Beispiel der Virologie geht es um die Funktions- und Kommunikationsbedingungen wissenschaftlicher Arbeit unter Unsicherheit, um Korrekturen vorläufiger Erkenntnisse, politische und gesellschaftliche Erwartungshaltungen und die daraus resultierende Verantwortung.
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Zu Gast in der ersten Folge des FnG-Podcasts "Auf den Grund!" ist der Bonner Ordinarius für Soziologie, Clemens Albrecht, um rund um die US-Wahl 2020 die Lage von Demokratie und Gesellschaft in Amerika zu betrachten. Welche Unterschiede bestehen zwischen demokratischen Kulturen, wie äußern sich diese im Gefüge politischer Organisation, gesellschaftlicher Institutionen und alltäglicher Diskussions- und Streitkultur?
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Das Forschungskolleg normative Gesellschaftsgrundlagen geht mit einem Podcast auf Sendung und aktuellen Debatten "Auf den Grund!". Direktor und Gastgeber Professor Udo Di Fabio lädt renommierte Vertreter verschiedener Disziplinen wie auch den wissenschaftlichen Nachwuchs zur "Wissenschaft im Gespräch". Aktuelle Anlässe führen zu Themen im Forschungsfeld des Kollegs – und zur Analyse von Trends, zur Frage nach ihren tieferen Gründen und womöglich zu verdeckten Brüchen im Gefüge der Gegenwart.
Eine Vorstellung des Podcasts sowie die einzelnen Folgen finden Sie auf dieser Seite. Die Sendungen sind zudem hörbar über Spotify, Apple Podcasts, Amazon Music und Deezer.
Frank Schorkopf, Co-Direktor des Forschungskollegs, formuliert in seinem Beitrag zu den 55. Essener Gesprächen zum Thema Staat und Kirche eine spezifisch institutionenanalytische Perspektive. Er verdeutlicht am Beispiel des Staatskirchenrechts das spannungsreiche Verhältnis zwischen den europarechtlichen Prämissen funktionaler Einheit, wie sie die Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshof leiten, und dem autonomen Bestandsinteresse kulturell verfestigter Institutionen, hier der Religionsgemeinschaften und ihrer staatskirchenrechtlich fundierten Autonomie. Der Beitrag zeigt den spezifischen Ertrag interdisziplinär offener Analysen auf Grundlage einer Institutionentheorie, die Fragen der (Europa-)Rechtswissenschaft in die Sozialwissenschaften hinein öffnet. Der Band "Institutionen unter Druck. Europarechtliche Überformung des Staatskirchenrechts?" ist im Aschendorff Verlag in Münster erschienen.
Ein neuer Podcast informiert über die Grundlagen der Europäischen Integration aus der Perspektive einer Verfassungsgeschichte. Frank Schorkopf, Co-Direktor des Forschungskollegs, geht den politischen Weichenstellungen auf den Spuren der maßgeblichen Protagonisten nach, lässt diese zu Wort kommen und stellt die historischen Schritte zu "einer immer engeren Union der Völker Europas" in ihren rechtsgeschichtlichen Kontext. Die Folgen des Podcasts sind auf zahlreichen Plattformen hörbar – näheres auf den Seiten der Abteilung Europarecht der Universität Göttingen.
Mit einem Beitrag in der Rubrik "Die Gegenwart" der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zeichnet Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio die aktuellen Konflikte in der Europäischen Verfassungsstruktur nach. Er plädiert für ein balanciertes Europa, das sich auf die Komplexität der politischen und rechtlichen Herausforderungen in rationalem Dialog einlässt. Der Beitrag ist auf der Seite der Zeitung lesbar und auch als Podcast verfügbar.
Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio legt in der Reihe des Grundlagenkreises der Vereinigung der Deutschen Staatsrechtslehrer (Fundamenta Juris Publici) eine institutionelle Analyse des neuzeitlichen Rechts- bzw. Verfassungsstaates, seiner normativen und funktionellen Besonderheiten und Gefährdungen vor, die dem Ansatz des Forschungskollegs verpfichtet ist. Die Erprobung dieses Konzeptes und ihre Ergebnisse werden kommentiert von Karl-Heinz Ladeur sowie Christoph Möllers. Weitere Informationen auf den Seiten des Verlages Mohr Siebeck.
Das Forschungskolleg hat am 30.9. und 1.10.2019 einen interdisziplinären Workshop zur "Selbstbehauptung Europas" veranstaltet. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Rechtswissenschaft, Soziologie und Geschichtswissenschaft diskutierten auf Grundlage von Impulsreferaten intensiv über verschiedene Probleme, deren Wahrnehmungen und Lösungshorizonte in der Europäischen Union und darüber hinaus. Neben grundlegenden Fragen demokratischer und liberaler politischer Ordnung im 21. Jahrhundert, deren auch geopolitischen Herausforderungen, den Figuren und Akteuren eines europäischen Konstitutionalismus ging es ebenso um die Rolle der Wirtschaft und Wirtschaftspolitik wie um europäische Sozialmodelle und Wohlfahrtsstaatlichkeit. Die Ergebnisse des Workshops werden als Tagungsband in der Schriftenreihe des Kollegs veröffentlicht.
Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio, Direktor des Forschungskollegs, diskutiert in den "Kulturfragen" des Deutschlandfunks die anlässlich aktueller Entwicklungen und Debatten zunehmend in den Blick geratenen soziokulturellen und normativen Grundlagen der Demokratie und ihren Wandel. Das Gespräch mit Michael Köhler kann hier nachgehört werden.
In den Beiträgen zu normativen Grundlagen der Gesellschaft (BnGG), der Schriftenreihe des Forschungskollegs, ist der Band "Nudging. Verfassungsrechtliche Maßstäbe für das hoheitliche Einwirken auf die innere Autonomie des Bürgers" von Stephan Gerg erschienen, der sich mit einer besonderen und viel diskutierten Form hoheitlicher Steuerung auseinandersetzt. Für Näheres siehe die Seite des Verlages Mohr Siebeck.
Der Direktor des Forschungskollegs normative Gesellschaftsgrundlagen (FnG), Professor Dr. Dr. Udo Di Fabio, unternimmt in zwei Debattenbeiträgen eine Charakterisierung der derzeitigen Lage und Zukunft westlicher Demokratien und der Europäischen Union. Mit dem Begriff der Selbstbehauptung kann den vielfältigen thematischen und populistischen Herausforderungen auch ein positives Moment der Bewährung abgerungen werden, das einen Ausweg aus dem Krisendiskurs aufzeigt.
Die Beiträge sind auf den Seiten der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowie der Neuen Zürcher Zeitung lesbar.
Prof. Dr. Frank Schorkopf and Dr. Julian Dörr, both Fellows at the FnG, as well as Prof. Dr. Nils Goldschmidt have compiled the interdisciplinary volume "Share Economy", which deals with economical, historical, juridical and ethical issues regarding the economy of sharing.
For more information, please visit the website of the publisher Mohr Siebeck.
Udo Di Fabio provides an analysis of the "Weimar" Society, it's (constitutional) politics and its downfall. It goes beyond a historic and comparative examination of the Weimar Republic’s constitution, studying among others the role of the people in public office, the Reichswehr and the Press. With regard to the societal foundations of liberal and constitutional democracies, insights are gained into the timeless preconditions of their functioning which offer orientation for contemporary problems as well.
Prof. Di Fabio gives a summary of the book in this interview on YouTube (in German).
The series "contributions to the Normative Foundations of Society" (BnGG) is launched with four volumes:
BnGG 1 – Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio: "Herrschaft und Gesellschaft/Authority and Society" The first book of the series outlines the principal research approach of an interdisciplinary, normative analysis of institutions. From the perspective of system theory, it scrutinizes informal elements of authority which unfold in various interactions of social systems.
BnGG 2 – Klaus Thomalla: "Herrschaft des Gesetzes, nicht des Menschen/Rule of Law, not of Man " (awarded with the Best Dissertation Prize 2018 of the faculty of law of the University of Bonn)
BnGG 3 – Tobias Schieder: "Ethisch motivierter Rechtsungehorsam/Ethically Motivated Disobedience of the Law. Debates on the Right to Resist, Freedom of Conscience and Civil Disobedience in the Federal Republic of Germany 1949-1998"
BnGG 4 – Ferdinand Weber: "Nationality and Status. Static and Dynamic in Political Community-Building"
For further information, please see the presentation of the series and consult the website of the publisher Mohr Siebeck.
Malte Seyffarth, research associate of the FnG, has authored a new commentary about the German Parlamentsbeteiligungsgesetz (ParlBG, the parliamentary act governing German foreign military engagements). The volume also considers the latest suggestions for modification of the law.
For more information, please visit the website of the publisher C.F. Müller.
Klaus Thomalla, postgraduate of Prof. Dr. Dres. h.c. Josef Isensee at the University of Bonn gave a lecture about a key term to the understanding of normative foundations of society in the Western World: human dignity. Therein, he proposed the possibility of reorientation of that term in an interdisciplinary dialogue between philosophy, theology and jurisprudence: the aspect of "inviolability" should be emphasised. He unfolded this idea with various examples from the ancient world to postmodern thought.
Prof. Dr. Frank Schorkopf, Fellow at the FnG, has released his study "State and Diversity", Volume No. 30 of the series "Schönburger Gespräche zu Recht und Staat", in which he deals with the theoretical implications of various concepts and claims of diversity, especially regarding democratic pluralism.
For more information, please visit the website of the publisher Ferdinand Schöningh.
On 22nd and 23rd June 2017, the colloquium "Institutions. About the normative structure of modern societies" took place at the FnG in Bonn. Along with its local researchers, distinguished representatives of the disciplines of law, social sciences, economics and history were invited to the event to discuss an interdisciplinary concept of institutions and its applicability to the analysis of modern society and its foundations.
The FnG is founding a new series encompassing its own research as well as other works relating to its field of study and research approach. "Contributions on the Normative Foundations of Society" (Beiträge zu normativen Grundlagen der Gesellschaft – BnGG) will be edited by Prof. Dr. Dr. Udo Di Fabio and Prof. Dr. Frank Schorkopf and published by Mohr Siebeck Verlag.